Mimimi oder Down! Set! Hut!

Eigentlich wollte ich meine in der letzten Woche eingetroffene Garmin Forerunner 35 vorstellen, werde damit aber noch etwas warten, bis ich mehr Erfahrungen gesammelt habe.

Daher möchte ich mich heute einmal mit dem Thema Motivation beschäftigen. Wahrscheinlich bin ich nicht gerade das Paradebeispiel eines Menschen, der immer und zu jeder Zeit eine bestimmte Sache mit der notwendigen Beharrlichkeit verfolgt. Aber ich komme nach einer kurzen oder auch längeren Pause immer wieder zu den Dingen zurück, die mir wirklich am Herzen liegen. Und das ist definitiv das Laufen, obwohl ich vom Körpergewicht und meiner Statur her sicherlich nicht dem Idealbild eines gazellengleichen Läufers entspreche und ich auch noch nie besonders schnell war.

Aber das was für mich Laufen ausmacht, ist der Kampf mit sich selbst, um sich immer wieder aufs Neue zu motivieren und etwas für seine Fitness und Gesundheit zu tun. Natürlich auch, um gewisse persönliche Erfolge zu erreichen und sein Ego zu befriedigen. Man möchte ja mit seinen 62 noch nicht zum alten Eisen gehören. Die Gründe für eine nachlassende Motivation sind wahrscheinlich ebenso so vielfältig wie bei der anfänglichen Begeisterung für den Sport. Bei mir waren es zum größten Teil folgende Gründe, die zu einer (Zwangs-)Pause geführt haben.

  • Verletzung und Krankheit
  • langweiliges Training
  • Leistungseinbrüche
  • „Es wird dunkel und kalt“ oder „Sucht mich im Kühlschrank“
  • Stress und Schicksalsschläge
  • Änderung der Lebenssituation

Dieses Jahr habe ich mir wirklich vorgenommen, einfach mal durchzulaufen, egal was kommt. Gut, wenn ich verletzungs- bzw. krankheitsbedingt eine Pause einlegen muss, dann wäre eine Motivation weiterzulaufen vollkommen fehl am Platz. Daher versuche ich mir selbst auch ein bisschen Druck von außen aufzubauen, um hierüber eine zusätzliche Motivation zu bekommen. Die beste Motivation schöpft man natürlich aus sich selbst. Aber wenn es damit mal hapern sollte, kann ein Gruppenzwang (wenn man dafür empfänglich ist) schon das Zünglein an der Motivationwaage sein, um den ersten Schritt in Richtung Garderobe zu machen, wo die Laufschuhe stehen.

Man kann auch versuchen, das Laufen mit anderen Hobbies zu kombinieren, um den Lauf-Schweinehund mit einer anderen Motivation aus seiner Reserve zu locken. Seit letzter Woche bin ich z.B. dabei, mir während des Laufens Podcasts auf dem Smartphone anzuhören. Mein iPhone ist ja jetzt durch meine neue GPS Uhr entlastet und kann sich wieder weniger Akku-intensiven Dingen widmen. Und ich muss sagen, dass man seinen Lauf nicht so intensiv wahrnimmt, sondern eher als Begleiterscheinung einer spannenden Podcast-Folge. Vielleicht nicht so empfehlenswert bei einem Intervall-Training oder technischen Läufen (ABC Training etc.), aber für Ausdauerläufe im GA1 Bereich durchaus zu empfehlen. Musik kommt aufgrund der Beeinflussung des Laufrhythmus bei mir (noch) nicht in Frage. Wiener Walzer wäre wahrscheinlich bei meiner aktuellen Pace noch in Ordnung, ist aber nicht mein Musikgeschmack. Aber Techno Beats wären definitiv eine sportliche Überforderung.

Ich habe mir einige Podcasts zum Thema Laufen angehört und bin schließlich bei diesem gelandet:

Sei nicht lauf-faul.de

Mir kam die Geschichte vom Basti sehr bekannt vor und spiegelt die Widrigkeiten wider, mit denen ich ebenfalls zu kämpfen habe, sowie die Ziele, die ich dieses Jahr erreichen möchte. Natürlich bei weitem nicht so ambitioniert wie beim Lauf-Waschtl, was die Laufziele betrifft, aber genügend motiviert, um mein Gewicht nachhaltig bis zum Jahresende unter die Einhundertmarke zu schrauben. Ich hatte vor zwei Jahren ein Blutdruck senkendes Medikament im Einsatz (Ramipril), das ich aber aufgrund des Lauftrainings und einer Diät nach einem halben Jahr wieder ohne ein Ausschleichen absetzen konnte. Anfang diesen Jahres musste ich allerdings wieder feststellen, dass es um mein Gewicht und meinen Blutdruck nicht so gut bestellt war. Auf jeden Fall habe ich mir mit den Podcast Folgen vom Lauf Waschtl einen guten Begleiter ins Boot geholt, der mit seiner lockeren Art und im bayrischen Dialekt (keine Sorge, man versteht ihn blendend) von seinen Erfahrungen als Laufanfänger und Schwergewicht berichtet.

Ein weitere Motivationsquelle sind auch Challenges, die uns meist in den Lauf-Apps am Monatsanfang präsentiert werden und in denen man Monatsziele wie das Erreichen einer festgelegten Anzahl an Laufminuten, einer bestimmten Anzahl an Läufen oder Kilometern erreichen muss. Dabei gibt es dann eine Rangliste, in der man seine Platzierung sehen kann.

Es gibt aber auch soziale Herausforderungen, bei denen man seine Laufleistung für eine gute Sache einsetzen kann, um z.B Umweltprojekte zu unterstützen oder benachteiligten Menschen zu helfen. Da gibt es i-Läufe für Integration und Inklusion, den „Wing for Life World Run“ , Plogging oder den „Run for the Oceans“ und, und und… Man kann hier wirklich einiges dazu im Netz finden.

Auch das Laufen in einem Lauftreff und das Kennenlernen anderer Laufbegeisterter kann einen beflügeln und zu neuer Motivation verhelfen. Allerdings bin ich ein absoluter Einzelläufer und könnte mich schwierig in eine Gruppe integrieren. Zeitschriften wie Runner’s World, Running, Läuft etc. dienen auch als Quelle der Information und des Ansporns. Ebenso Blogs, Webseiten und Foren zum Thema Laufen.

Andere Apps wie z.B. das Spiel Pokemon Go verwenden Laufkilometer für das Schlüpfen von Eiern, Erhalt von Bonusbonbons, Kumpelmeilen, Wochenziele etc. Dabei muss dass Spiel selbst gar nicht geladen sein. Man muss aber den Konfigurationspunkt „Abenteuer-Sync“ in den Einstellungen aktiviert haben und Pokemon Go erlauben, auf die eigenen Health-Daten wie Schritte/Strecke zuzugreifen.

Und dann gibt es auch noch ein motivierende Spiel im Netz namens kmspiel, in dem man in Ligen läuft und die gelaufene Strecke auf einer Weltkarte sehen kann. Man kann absteigen, aufsteigen oder in die Relegation kommen und sich mit mit Beiträgen und Kommentaren (Twitter, Blogs) einbringen. Das ganze ist sehr liebevoll und mit viel Einsatz vom Oliver entwickelt worden und fixt mich aktuell ziemlich an. Schade, dass ich das so spät entdeckt habe. Man sieht, ich bin im Herzen noch ein richtiges Spielkind geblieben. 🙂

Das wirklich tolle Analyse-Tool Runalyze gibt mir mit den vielen Daten (Tendenzen, Prognosen, Leistungsstand, Gewichtsübersicht, Entwicklung des Ruhepuls und vieles mehr) über die absolvierten Läufe soviel Motivation, um mich weiter zu verbessern und an den Trainingsplänen zu arbeiten.

Bei Audible gibt es auch jede Menge Möglichkeiten sich mit Hörbücher das gute Feeling des Laufens via Entspannungsmethoden und Autosuggestion wieder an die Oberfläche zu holen. Wir alle kennen diese besonderen Glücksmomente, die uns während eines Laufs begleiten und auch nach dem Lauf weiter anhalten. Wir müssen die Gefühle und die damit verknüpften Erinnerungen nur unter der Oberfläche des Alltags-Stress wieder hervorholen, unter dem diese zu gerne abtauchen. Holt es euch wieder ins Gedächtnis, den toll gelaufenen Halbmarathon und das ganz besondere Training an einem schönen Sonntagmorgen, wenn die Sonne gerade aufgeht.

Oder wie wär‘s mal den Hund mit auf die Laufpiste zu nehmen? Hier sollte man seinen Hund natürlich schon richtig einschätzen können, ob er an der Leine mitlaufen würde oder bei jeder Gelegenheit stehen bleibt und das Schnüffeln anfängt. Das wäre dann eher eine Motivationsbremse. Aber probieren geht über studieren und dabei sind schon manche zum Dogging gekommen.

Und natürlich sollte man je nach Leistungsstand und Ambition dann auch mal offizielle Läufe bestreiten, um das im Training Erreichte einmal unter Beweis zu stellen. Das sollte auch wieder ein Schub in die richtige Richtung bringen, kann aber auch nach hinten los gehen. Aber auch aus „Niederlagen“ kann eine neue Motivation erwachsen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich immer wieder zu puschen, aber hütet euch vor der dunklen Seite der Macht…. 😉

Keep on running!
Der Klaus

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